Habe mich vor kurzem mit einem Kollegen über die Netzneutralität und Abzocker unterhalten.

Auf der einen Seite ist es meiner Meinung nach erstrebenswert die Netzneutralität zu erhalten, auf der anderen Seite denkt mal wieder Niemand an die Kinder Shopbetreiber.

Die ganzen Carder  (also der Bodensatz unserer Gesellschaft), die über gehackte Paypal Accounts, CC und ähnliches in Internetshops das Geld fremder Menschen verpulvern und dann auch noch die Frechheit besitzen sich “Hacker” zu nennen, sind hier ein ernstes Problem.

Bei gewissen Transaktionen wäre es also wünschenswert, wenn wir eine halbwegs sichere Möglichkeit hätten, unseren Geschäftspartner zu identifizieren.

Die Deutsche Post hat mal wieder schnell reagiert und das Postident Verfahren auf den Markt geworfen.

Ein ganz  eingesessener Postler, ein Überbleibsel der Beamtenära und kurz vor seiner Pensionierung, hat hierzu ein 3er Team junger Fachhochschulabsolventen mit der Entwicklung dieses Postidentverfahrens beauftragt.

Problematisch nur, dass die 3 absolut keine Ahnung hatten wie der “gemeine Briefträger” tickt und was für organisatorische  Hürden bestehen … auch sagt ihnen Niemand, dass sie beim planen lieber mal auf den Genuss von THC verzichtet hätten.

So oder ähnlich muss es sich wohl abgespielt haben, anders kann ich mir das nämlich nicht erklären.

Vor einigen Monaten (12 oder so) sollten wir uns also für dieses Postident anmelden, hierzu war es jedoch notwendig, dass der Firmeninhaber persönlich die nötigen Unterlagen im 30 km entfernten Ort unterschreibt.

Ich schätze mal, dass einige große Firmen dazu nicht bereit waren, weil diese Vorgehensweise dann auch schnell wieder abgeschafft wurde.

Die endgültige  Beantragung vor 2 Monaten war dann also recht entspannt, zumindest für den Chef.

Etwa 20 Telefonate, zig emails und geschätzte 5 Lenze meiner Jugend später, hatten wir dann die benötigten Unterlagen und der erste Postident konnte so quasi ausgefüllt werden.

Da ich ja keinen Fehler  machen wollte, rief ich bei der “Fachstelle für Postident” an, um mich kundig zu machen wie man die benötigten Formulare denn richtig ausfüllt.

Leider hatte die Fachstelle für Postident auch keine Ahnung, da wir den Comfort geordert haben, einige Telefonate später war dann aber auch dieses Problem quasi aus der Welt.

Wir sollen Liste 1 ausfüllen (Din A4) und in den exakt 3,2 cm größeren Umschlag packen.

In dem Umschlag ist ein exakt 2 cm großes Sichtfenster, durch das dann die PLZ und der Ort sichtbar wird – merkt Ihr was?

Es geht aber noch weiter.

Postident Comfort ist mit 7,16 Euro + das Briefporto frei zu machen, die nette Schalterbeamtin  hat mir jedoch versichert, dass es nicht möglich ist auf 7,16 zu frankieren, da es keine 1 Cent Briefmarken gibt.

Egal hauen wir halt 7,20 drauf und hoffen das nun alles reibungslos verläuft.

Nun sollte der Zusteller beim Kunden die Identifikation an der Haustür vornehmen, oder einen Hinweis in den Briefkasten legen, dass sich der Kunde in das nächste Postamt zur Identifikation begibt.

Klappt leider nicht, der Zusteller (vermutlich auch dem THC nicht ganz abgeneigt) hat den Innenbrief des Kunden in seinen Briefkasten geworfen und den Rest – keine Ahnung verhökert er vielleicht bei ebay oder bastelt sich Papierflieger ….

Weitere Versuche den Postident doch noch über die Bühne zu bringen konnten wir leider nicht testen, da der Kunde mittlerweile abgesprungen ist.

August 24, 2010 at 11:38 am by hoohead
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