Heute hatte ich einen Vorortauftrag bei einem Kunden, der sein WLan Netz eingerichtet haben wollte.

Nach getaner Arbeit plauderten wir noch ein wenig, bei einer wirklich guten Tasse italienischen Espresso.

Er erzählte mir, dass er vor wenigen Tagen aus seinem Urlaub zurück gekommen sei und am Flughafen (in Stuttgart) für wenige Augenblicke seinen Laptop unbeabsichtigt auf einer Bank hat stehen lassen. Ihr könnt euch schon denken, dass anschließend der Laptop nicht mehr da war.

Nach den üblichen Formalitäten am Flughafen (Polizei, Fundstelle) ging er nach Hause um sich mit dem Laptop seiner Tochter irgend welchen Aufgaben zu widmen.

Da an ihrem Laptop MSN im Autostart war (Anm. und noch ein ganzer Haufen anderer Schrott *g), entdeckte er nach einiger Zeit dass er online war – aber nicht am Laptop sondern seiner Tochter, sondern der Dieb ging wohl mit seinem Laptop (bei dem wohl auch MSN im Autostart war) on.

Natürlich ignorierte der Dieb sämtliche Versuche des Bestohlenen ihn zu kontaktieren.

Am nächsten Tag ging unser Bestohlener (italienischer Abstammung) zur Polizei, um ihnen mitzuteilen, dass sein geklauter Laptop mit MSN im Autostart online war und evtl. nochmal online gehen wird.

Die Antwort des Polizisten: “Bedanken Sie sich bei der deutschen Bevölkerung, die wollen doch alle den Datenschutz, wir können hier jetzt nichts mehr machen”.

Ich habe das ja neulich schon mal angedeutet, dass die große Anonymität vielleicht doch nicht so gut ist, auf der anderen Seite konnte ich am eigenen Leib erfahren wie leicht die ermittelnde Staatsanwaltschaft mal eben die Computeranlage konfisziert.

Man bekommt dann nach einem Jahr seine Hardware wieder, mit einem Achselzucken und einem “Pech gehabt” Gesichtsausdruck.

Hätte unser Dieb über ein gekarpertes WLAN den Laptop getestet, wäre vielleicht die Computeranlage eines Unschuldigen beschlagnahmt worden – der DSL Inhaber muss ja zwangsläufig der Dieb sein *g.

Ich behaupte hier einfach mal, unsere deutsche Polizei ist (was die Aufdeckung von Online Straftaten angeht) schlichtweg überfordert – ob mit oder ohne Vorratsdatenspeicherung.

September 8, 2010 at 9:37 pm by hoohead
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