Angela Merkel und das weinende Kind

Habt Ihr das Video von Angela Merkel und dem weinenden palästinensische Mädchen vor einigen Tagen gesehen?
Szenen die erst mal betroffen machen, mich zumindest – Leid zu sehen ist nicht schön.
Ich verlinke hier mal das Video, anstatt es einzubinden -> Angela Merkel / weinendes Mädchen.
Sich vor ein weinendes Kind zu stellen und zu sagen: „Sorry, aber auch Du musst nach Hause“, wissentlich dass diese Szene deutschlandweit in den Medien erscheinen wird, ist sicherlich nicht leicht – ich hätte da mit der Merkel nicht tauschen wollen. Auf der anderen Seite betreibt Frau Merkel Deutschlandpolitik, sie muss den Wirtschaftsstandort Deutschland sichern und dafür Sorge tragen, dass es den Menschen, also ihren Wählern gut geht, denn der Aufschrei nach den nächsten Hilfsgütern ins Ausland mobilisiert den wilden Mob noch viel intensiver, als so ein weinendes Kind.
Wieso? Weil Hilfsgüter irgendwie finanziert werden müssen und Steuererhöhungen, Steuerzuschläge jedem Einzelnen erst mal in der eigenen Tasche fehlen.
Das ist dann doch viel näher an der eigenen Realität, als ein weinendes Kind in den Medien und mit Sicherheit auch nicht so schnell vergessen.

Warum ich nun ein Blogbeitrag zu dem Thema schreibe?
Die Socialmediaplattformen sind aktuell voll von Posts, von Menschen die unsere politische Einstellung (scheinbar) falsch finden. Die Posts haben alle eine gemeinsame Kernaussage: „Wenn wir alle bisschen auf ein paar Euro verzichten, können wir viel erreichen.“ Ich habe keinen einzigen Post gesehen, bei dem versucht wird, aktiv unsere Welt besser zu machen und da gibt es doch einige Möglichkeiten.
Warum posted man eigentlich die Kernaussage: „Ihr seid alle Scheiße, weil ihr nicht bereit seid paar Euro zu opfern!“?
Ich denke, da steckt tiefe Profilierungssucht dahinter, sich selbst in ein moralisch einwandfreies Licht zu rücken um besser dazustehen.
Wisst Ihr was komisch ist?
Ich kenne Menschen, die sich aktiv für ein besseres globales Leben einsetzen.
Padawan zum Beispiel spendet regelmäßig für hungernde Kinder im Ausland, Steffi (via Facebook), setzt sich nicht nur aktiv für bessere Bedingungen in Afrika ein, indem sie direkt vor Ort Hilfe anbietet, sie leistet unterstützt auch die Hilfsbedürftigen in Deutschland, durch Aktionen wie den www.pfandring.de (Flaschen gehören auf den Mülleimer), oder Spendenaufrufe via Facebook, um die Ärmsten in unserem Land zu unterstützen.
Komisch, dass diese Menschen nicht mit den Finger auf andere Zeigen, sondern eher Problemlösungen anstreben – schon mal darüber nachgedacht?

Eine meiner Meinung nach gute Organisation, die Hilfe da anbietet wo sie auch hingehört, ist die Caritas.
Mein Statement: Falls Ihr das Gefühl habt, dass irgendwas falsch läuft in Deutschland, wenn Ihr bereit seid ein paar Euro zu opfern, zeigt nicht mit den Finger auf andere, sondern werdet selbst aktiv. Das Gefühl zu Geben ist übrigens wesentlich erfüllender, als der Profilierungssucht auf Facebook nachzugehen.

Update: Danke an p0se für die Info, dass das verbreitete Video „unglücklich“ geschnitten wurde und somit wichtige Informationen aus dem Dialog verloren gehen.
-> http://www.watson.ch/!394189666

5 Gedanken zu „Angela Merkel und das weinende Kind

  1. Uwe

    Ich halte mich an die Weißheit „Du kannst einem Hungernden einen Fisch geben, dann ist er satt für einen Tag, besser du bringst ihm das Fischen bei, dann wird er nie wieder hungern“
    So habe ich schon so einigen Menschen geholfen durch Bewegung und gesunder Ernährung ihren alten Weg zu verlassen und neue Wege zu erkunden.
    Ich habe ihnen immer das Handwerkszeug an die Hand gegeben, ws sie daraus in der Zukunft machen obligt nicht mehr meiner Verantwortung.
    Wie die Medien und das Netz die #fraumerkelstreichelt Geschichte aufnehmen und ausbeuten ist nicht gut. Die Frau hat sich an bestehendes Recht zu halten und verfügt nicht über „diktatorische“ Befehlsgewalt
    Meine politische Meinung tut hier nichts zur Sache. PR technisch hätte ich ihr von dieser Aktion abgeraten.

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  2. Winfried Wengenroth

    Hallo,
    ich hoffe das Mädchen hat der Kanzlerin bewusst werden lassen, dass hinter einer Abschiebung nicht nur ein Name, sondern ein Mensch mit seiner Familie und seinem Schicksal steht!

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