be water my friend

Aktuell entwickle ich für unser Institut am Intranet an einer Mitarbeiterdatenbank.

Mein Vorgänger, hat die damals selbst gestrickt und ich muss sagen, es ist ein Genuss seinen Code zu lesen.

Klar strukturierte Variabeln, gut lesbarer Quellcode, sogar der Sicherheitsaspekt wurde berücksichtigt, wenn auch aus meiner Sicht nicht 100% optimal.

Als ich mir den Code vor einigen Wochen zu Gemüte führte, gab ich ein Statement ab: „Kein Ding, pass ich euch an“.

Diese Woche machte ich mich dann also an die Entwicklung und wollte erst mal die komplette DB + Code auf einen Server umziehen, dabei entdeckte ich was alles implementiert ist.

PHP mit er Erweiterung pear, MySqli, PKI

Pear und MySQLi vom Fedora Server auf einen Debian zu portieren, war schon ein gutes Stückchen Arbeit, SSL und PKI nachzubilden gelang mir nicht, was für die Sicherheitsrichtlinen unseres PKI Systems spricht (gibt leider noch keine Tutorials wie man root Zertifikate faket, wird Zeit, dass das mal so ein Snowden public macht).

Also auf dem eigentlichen Server eine DB angelegt, die aktuelle dupliziert und den PHP Code in einen Backupordner gepackt und schon kann es losgehen.

Nach gefühlten 100 Stunden Codeforensik und dem durchwühlen durch 1000 Klassen und Funktionen stellte ich fest, dass ich Scheiße bin. Ein wichtiger Punkt der Selbsterkenntnis, den Jeder einmal durchmachen sollte.

Jede Aktion die im Hauptcode ausgeführt wird, hat etliche Auswirkungen in anderen Funktionen, die alle auf externen PHP Files ausgelagert sind (was ja eigentlich ganz gut ist).

Heute Nacht vor dem Einschlafen, ging ich nochmals den Code im Kopf durch, die Funktionen, wie ich was wo anpassen kann, darf oder muss, da fiel mir eine Szene aus jungen Jahren ein, als ich mit Blaugurt im Karate stand und unser Sensei einen Vortrag über Wing Chung hielt.

„Das sieht alles ganz gut aus und Wing Chung ist auch keinesfalls schlecht … aber Karate ist deswegen nicht schlechter. Wenn Ihr mal gegen einen Wing Chung Kämpfer antretet, lasst euch nicht auf seine Spielereien ein. Haltet euch an dem fest, was Ihr könnt, setzt euren Kampfstil durch, dann werdet Ihr gewinnen.“.

Weise Worte, des alten Sensei Pflüger, die man auch im aktuellen Beispiel gut anwenden kann.

Da der Zeit Faktor aktuell wichtig ist, werde ich einfach eine „normale“ Verbindung zur SQL Datenbank aufbauen und den alten Code nicht anpassen, sondern durch eigenen ersetzen.

Im Grunde ist das so, als wenn ich eine Schwarzwälder Kirschtorte habe, ein Stück abschneide und die Lücke mit Würstchen und Kartoffelsalat auffülle und ganz zum Schluss dann einfach bisschen Sahne drüber, damit es wieder schön aussieht.

Da das System zum Ende 2014 stillgelegt wird, ist das Ganze meiner Meinung nach zu verkraften *g.

 

 

2 Gedanken zu „be water my friend

  1. unimatrix_zero

    Nun kannst du wohl auch besser nachvollziehen weshalb ich so oft sage:“Ich habe keine Ahnung“ als scheiße mag ich mich nicht bezeichnen, kann ich aber auch sein….
    Und ja dein Sensei hatte voll und ganz Recht, habe eine ähnliche Erfahrung mit einer Aikido Kämpferin gemacht, die mich wie einen jungen Hund durch die Halle geschleudert hat und ich Null Chnacen hatte obwohl ich locker 25KG mehr auf die Waage gebracht habe

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

CAPTCHA-Bild

*