Raspberry Pi DLNA Server

Raspberrys habe ich schon einige getestet, kurz nach dem ersten Release gehörte ich zu den Glücklichen, die die erste Version des Raspberry in den Fingern halten konnten.
Nach den Tests verkaufte ich diesen wieder über EBay, da ich kein wirkliches Einsatzgebiet für ihn hatte (die Gewinnspanne war recht beachtlich).
Aktuell habe ich dienstlich einen Rasperry Pi b+ im Einsatz, der mir hinter einer Firewall als „Schnittstelle“ für „Netzwerktests“ dient. Ich habe diesen auch privat getestet und musste leider auch feststellen, dass er mir rein leistungstechnisch zu schwachbrüstig war.

Zu Weihnachten gönnte ich mir dieses Jahr einen Raspberry 2, mit 1 GB Ram und einer Quadcore ARM CPU mit 900 Mhz, hört sich ja erst mal nicht schlecht an.
Was ich wollte: Streamen von einer USB Platte mittels UPnP/DLNA.
Wer UPnP/DLNA nicht kennt, das ist ein Standard auf den sich unterschiedliche Hersteller geeinigt haben und der zum streamen von Medieninhalten benutzt wird.
Aktuelle Smart-TVs können diesen Standard und so muss man sich i.d.R. nur einen Client auf den Computer oder das Smartphone legen und schon kann der Fernseher die Inhalte das Gerätes durchsuchen und die enthaltenen Medien i.d.R. auch abspielen.
DLNA ist übrigens super unsicher, da die Verbindung zu solchen Geräten unverschlüsselt und ohne Passwortschutz daherkommt.
Geräte mit so einem Dienst ins www zu routen, ist demnach keine gute Idee, zudem wird durch den Einsatz solcher Spielereien das eigenen Heimnetz und die dazugehörige Firewall rein sicherheitstechnisch immer wichtiger.
Ich werde zu dem Thema in Kürze noch einen weiteren Blogbeitrag verfassen, jetzt aber erst mal wieder zurück zum Raspberry.

Raspberry PI DLNA Server

Im Bundle das ich mir kauft, war bereits eine vorinstallierte Micro SDHC Karte mit NOOBS dabei, da ich weder XBMC, noch eine Raspbian mit grafischer Oberfläche benötige, ganz zu schweigen von einem vorinstallierten LibreOffice, legte ich mir das Raspbian Jessie Lite auf die Karte.
Die Installation des Image ist auch kinderleicht, die Anleitung auf dem Installation Guide gut dokumentiert.
Nach dem ersten Booten, sollte man noch einige Dinge im System umstellen. Unter „sudo raspi-config“ -> „expand filesystem“ lässt sich ganz easy per klick der übrige Speicherplatz der Speicherkarte verfügbar machen, diese Änderung bedarf lediglich ein Neustart.
Um USB-Platten ohne externe Stromversorgung unter dem Raspberry zum Laufen zu bekommen, muss zudem noch die Spannung auf den USB Ports erhöht werden, das geschieht, in dem man folgende Zeile unter /boot/config.txt hinzufügt:
max_usb_current=1

Um die Platte zu verschlüsseln, wählte ich LUKS, die Anleitung auf wiki-ubuntuusers funktioniert unter dem Raspberry.
Zum identifizieren der USB-Platte: blkid -o list
Nachdem die Platte verschlüsselt war, konnte ich den DLNA Server einrichten, minidlna reicht dazu vollkommen aus, folgende Anleitung funktioniert.
Das Standardpasswort des Pi zu ändern, sollte selbstverständlich sein.

Um die Platte auch vom Smartphone aus komfortabel zu mounten und auch wieder umounten, legte ich mir zwei Shellscripte an.

Mount-USB:

#!/bin/sh
cryptsetup luksOpen /dev/sda usb-crypt
mount /dev/mapper/usb-crypt /home/pi/dlnmount/usb

UMount-USB:

#!/bin/sh
umount /home/pi/dlnmount/usb
cryptsetup luksClose usb-crypt

Sobald neue Videos in den entsprechenden Ordner gelegt werden, sollte man den minidlna Client restarten, auch dazu ist ein Shellscript sinnvoll, um sich Tipparbeit mit dem Handy zu sparen:


#!/bin/sh
sudo /etc/init.d/minidlna restart

Für wget im Hintergrund, falls man die Parameter vergisst:

#!/bin/sh
wget -bqc $1

Aufruf: wget.sh http://url/file.mp4
So muss man nicht eingeloggt bleiben, um sich längere Downloads aus dem Netz zu laden.

Von der Datenübertragunsrate, CPU und Ramauslastung her, kann man ruckelfrei eine 16 GB .mkv streamen und nebenher mit ~80.000 kbit downloaden.
Das Raspbian verwaltet die Speicherressourcen so, dass es beim streamen zum Fernseher aufgrund der Auslastung zur verschlüsselten USB-Platte/Netzwerk keine Ruckler (auch keine Microruckler) kommt … und genau das wollte ich 😀

Ich habe mir übrigens folgendes Set gekauft: Raspberry PI Modell 2B Quad Core Starter Bundle

Kleiner Pi mit großem Fernseher und Frau im Spiegelbild:

Raspberry Pi DLNA Server

Raspberry Pi DLNA Server

3 Gedanken zu „Raspberry Pi DLNA Server

  1. Florian Mai

    Hey hoo!

    Ich hoffe, du bist gut ins neue Jahr gekommen und es gibt auch in diesem Jahr wieder viel zu lesen bei dir 🙂 Aber es fängt ja schon gut an.

    Wir haben seit Weihnachten einen Raspi 2 am Fernseher als „PC“ für die Sachen, die meine Frau an einem PC machen muss und vor allem als Mediacenter mit Kodi. Funktioniert erstaunlich gut mit dem neuen Modell. Beruflich habe ich von den Raspi 2 auch schon ein paar eingesetzt.

    Ich habe auf dem Schreibtisch noch einen Raspberry Pi B der ersten Generation und einen Raspberry Pi B+, Version 1.2, mit denen ich hin und wieder bastle (Codesys läuft recht super auf den Dingern, so kann man sie als billige Testcontroller nutzen).

    Ich habe mir jetzt vorgenommen, an den Raspi mit Mediacenter im Wohnzimmer per OneWire Temperatursensoren anzuschließen, vielleicht im Obergeschoss auch noch einen zu deponieren und dann die bisherige Heizungssteuerung zu reversen und entweder mit nem Raspi oder einem alten SPS-Controller neu zu bauen. Bei alten Heizungen ist das offensichtlich sehr minimalinvasiv möglich (Controller abschrauben, Kabel umklemmen, loslegen) und somit jederzeit rückbaubar. Der Nutzwasserspeicher hat sogar ausschließlich eine Zeitschaltuhr, die als Relais die Wasserbereitung ein oder aus schaltet, da ist es also quasi kein Aufwand. Und das Steuergerät für den Heizkreis scheint es von etwa 200 Firmen zu geben, die auf das Siemens-Innenleben ihren eigenen Rahmen klicken. Sollte also auch irgendwie dokumentiert oder dokumentierbar sein.
    Bin gespannt, ob ich da dran bleibe 😀

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  2. hoohead Beitragsautor

    Du hast ja auch einiges zum Raspberry Pi geschrieben, damit Dein Blog nicht in Vergessenheit gerät, habe ich Dich mal zu den Partnern hinzugefügt, hast mich ja auch verlinkt 🙂

    Mehr bloggen plane ich auch, allerdings ist man halt auch beruflich recht eingespannt, meist hängt es an der Zeit.

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    1. Florian Mai

      Ja, ich bin begeisterter Nutzer 😀
      Das „neue“ Blog läuft tatsächlich schon jetzt besser, als das alte zuletzt. Eigentlich alles ganz okay 🙂 Danke für den Link.

      Ja, ich habe auch ne Liste von Sachen, die ich verbloggen möchte, aber nicht dazu komme. Irgendwann sind sie dann nicht mehr aktuell, dann kann ichs auch lassen 🙂

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